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Tötet ’nicht klassisches Singen‘ Deine Stimme?

Erfahrungen des Stimmverlustes beim Mitgrölen von Hardrocknummern und Berichte über Stimmprobleme von RocksängerInnen scheinen es zu bestätigen. Je weiter man sich vom klassischen Gesangs-Ideal und von der klassischen Stimmtechnik entfernt, desto ‚gefährlicher‘ und schwieriger wird es für die Stimmgesundheit.

Was ist aber mit den Sängerinnen und Sängern, die, oft jahrzehntelang, ihre Popsongs singen (oftmals auch ‚grölen‘)? Sind sie die Ausnahmen, die die Regel bestätigen oder steckt hinter Stimmgesundheit doch mehr, als die Frage ‚klassisch oder pop‘? Als Ergänzung möchte ich hier hinzufügen, dass es sehr wohl genügend klassische Sängerinnen und Sänger gibt, die Probleme mit ihrer Stimme haben. Im Gedächtnis geblieben ist mir Stimmarzt aus der Wiener Innenstadt vor ca 30 Jahren, der sehr viele OpernsängerInnen betreute. Er wunderte sich über seine Patienten mit folgendem Zitat: ‚..dass die noch singen können..‘

Ich habe irgendwann die Gleichungen ‚klassisch= gesund‘ und ‚pop=heikel‘ aufgegeben. Denn für die Stimmgesundheit sind in allen Stilen ähnliche Dinge wichtig. Nur dass diese aufgrund des völlig anderen Klangideals unterschiedlich erreicht werden. Was die klassische Gesangslehre dem Popgesang definitiv voraushat, ist die lange Geschichte. Über viele Jahrhunderte hat sich ein enormes Wissen über den Umgang mit der Stimme entwickelt. Und eine Oper durchzusingen ist kein Spaziergang. Da muss die Technik passen, sonst hält das keine Stimme auf Dauer aus. Doch auch für das Singen in allen anderen Stilen, sei es Jazz, Pop oder Heavy Metall gibt es inzwischen (meist noch verhältnismäßig) junge wunderbare Techniken, die ein gesundes Singen ein ganzes musikalisches Leben lang garantieren. Estill oder Complete Vocal Technique wären zwei Beispiele dafür.

Um einen stimmlichen Fortschritt zu garantieren, muss sich jeder Gesangs-Lernende folgende Fragen stellen und ehrlich für sich beantworten:

Fühle ich mich mit dem Unterricht wohl? – Stimmt die Chemie zwischen mir und meinem Lehrer/meiner Lehrerin? – Tut der Unterricht meiner Stimme gut? – Erziele ich die Fortschritte, die ich mir erwartet/erhofft habe?

Das kann meiner Erfahrung nur dann geschehen, wenn (neben den persönlichen Aspekten) die Grundtechniken der Atmung und Stütze und Kehlkopftechnik sorgfältig erarbeitet werden. Diese sind völlig unabhängig vom Gesangsstil und für jeden gesunden Stimmgebrauch unerlässlich. Ich persönlich habe meine ‚technische Heimat‘ in der Complete Vocal Technique gefunden. Das muss aber jeder für sich rausfinden und entscheiden.

(Fotoquelle: https://pixabay.com/de/)

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